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Wislawa Szymborska *1923
(Polen)"Für ihr Werk, das ironisch-präzise den historischen und biologischen Zusammenhang in Fragmenten menschlicher Wirklichkeit hervortreten lässt"
Die Polin Wislawa Szymborska wurde am 2. Juli 1923 in Bnin, heute ein Stadtteil von Kórnik, bei Posen geboren. 1931 zog sie mit ihrer Familie nach Krakau, wo sie bis heute noch lebt. Nach dem Abitur studierte sie zunächst polnische Literatur und Soziologie an der Jagiellonen-Universität, brach das Studium jedoch 1948 ab. 1948 heiratete sie Adam Wlodek, von dem sie sich jedoch nach sechs Jahren wieder scheiden ließ.
Nach zahlreichen Veröffentlichungen in verschiedenen Zeitungen veröffentlichte Szymborska 1952 ihren ersten (stark von Sozialistischen Realismus geprägten) Gedichtband mit dem Titel Dlatego zyjemy (Deshalb leben wir), von dem sie sich jedoch später distanzierte. 1957 veröffentlichte sie den Sammelband Wolanie do Yeti ( Rufe an Yeti ), der im In- und Ausland große Beachtung fand. In den 80er Jahren schrieb sie auch für die Exilzeitschrift Kultura, die in Paris erscheint sowie für die Samizdat-Publikation Arka, benutze hierfür jedoch das Pseudonym Stanzykówa. Neben ihrer Tätigkeit als Schriftstellerin, hat sie sich auch als Übersetzerin für französische Poesie bereits einen Namen gemacht. Sie übersetzte u.a. Werke des Franzosen Théodore Agrippa d'Aubigné. Im Jahr 2000 erhielt Karl Dedecius, der zahlreiche Werke Szymborskas ins Deutsche übersetzt hat, die Goetheplakette der Stadt Frankfurt als Auszeichnung für seine Übersetzungsleistung.
Neben dem Nobelpreis für Literatur wurden ihr noch zahlreiche weitere Auszeichnungen verliehen:
- 1954 Literaturpreis der Stadt Krakau
- 1963 Preis des polnischen Kultusministeriums
- 1990 Siegmund-Kallenbach-Preis
- 1991 Goethe-Preis der Stadt Frankfurt
- 1995 Herder-Preis der Hamburger Alfred-Toepfer-Stiftung F.V.S.
- 1995 Ehrendoktorwürde der Adam-Mickiewicz-Universität in Posen
- 1996 Preis des Polnischen PEN-Clubs
Wichtige Werke:
Salz. Gedichte. dt. 1973
Vokabeln. Gedichte. dt. 1979
Deshalb leben wir dt 1980
Hundert Freuden dt. 1986
Auf Wiedersehen. Bis Morgen. Gedichte. dt. 1995
Die Gedichte dt. 1997
Hundert Gedichte - Hundert Freuden. Sto wierszy - sto pociech. Zweisprachige Ausgabe 1997