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Jean-Paul Charles Aymard Sartre * 1905 † 1980
(Frankreich)
"In Anerkennung seines schöpferischen schriftstellerischen Schaffens, dessen freiheitlicher Geist und dessen Suche nach Wahrheit einen weitreichenden Einfluß auf unser Zeitalter ausgeübt hat"
Jean-Paul Charles Aymard Sartre wurde am 21. Juni 1905 als Sohn eines Marineoffiziers und einer Kusine Albert Schweitzers in Paris geboren. Er ging zunächst auf das Lycée Henri IV, später (ab 1922), auf das Lycée Louis-le-Grand . Von 1924 bis 1929 studierte er Psychologie, Soziologie und Philosophie an der renommierten École Normale Supérieure. Hier lernte er auch Simone de Beauvoirs kennen, die für den Rest seines Lebens seine Lebensgefährtin werden sollte. Nach erfolgreichen Abschluss seiner Studien wurde er Gymnasiallehrer für Philosophie in Le Havre, Laon und Paris. 1934 ging er als Stipendiat ans Institut Français nach Berlin, wo er die Philosophie Nietzsches, Husserls und Heideggers studierte. Während des Zweiten Weltkriegs war er Sanitäter, geriet aber schon sehr bald in deutsche Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Befreiung arbeitete Sartre von 1942 bis 1944 aktiv in der Résistance. Nach dem Ende des Krieges wurde er freier Schriftsteller und gründete die politisch-literarische Zeitschrift Les temps modernes. Zu dieser Zeit war Sartre überzeugter Kommunist, reiste u. a. nach China, Kuba und in die Sowjetunion. Später, in den Jahren des Kalten Krieges, verurteilte Sartre, der sich selbst als "unabhängiger Sozialist" bezeichnete, die Politik der kommunistischen Sowjetunion, insbesondere die Unterdrückung des ungarischen Aufstands (1956) und den sowjetischen Einmarsch in der Tschechoslowakei (1968). 1964 lehnte er den Nobelpreis für Literatur ab, das Nobelkomitee bezeichnete jedoch seine Entscheidung für Sartre als unwiderruflich. Als Gründe für die Ablehnung, mit der er den größten Skandal in der Geschichte des Preises provozierte, nannte Sartre den Wunsch nach Unabhängigkeit. Zudem verwies er darauf, dass eine Annahme zwangsläufig mit einer einseitigen politische Parteinahme für den Westen verbunden sei. Gegenüber der französischen Tageszeitung Le Monde äußerte er: "Kein Mensch verdient, dafür verehrt zu werden, dass er lebt". Jean-Paul Sartre starb am 15. April 1980 im Hôpital Broussais in Paris.
"Die Ehe ist in vielen Fällen lebenslängliche Doppelhaft ohne Bewährungsfrist und Strafaufschub, verschärft durch Fasten und gemeinsames Lager"
Jean-Paul Sartre
Wichtige Werke (Auswahl):
L'imagination 1936 ( Die Vorstellung )
La nausée 1938 ( Der Ekel )
Le mur 1939 ( Die Mauer )
L'imaginaire 1940
Les mouches 1943 ( Die Fliegen )
L'être et le néant 1943 ( Das Sein und das Nichts )
Huis-clos 1944 ( Geschlossene Gesellschaft )
L’âge de raison 1945 ( Zeit der Reife )
Le sursis 1945 ( Der Aufschub )
Morts sans sépulture 1946 ( Tote ohne Begräbnis )
La putain respectueuse 1946 ( Die respektvolle Dirne )
Baudelaire 1947
Les jeux sont faits 1947 ( Das Spiel ist aus )
Les mains sales 1948 ( Die schmutzigen Hände )
Le diable et le bon dieu 1951 ( Der Teufel und der liebe Gott )
Les séquestrés d’Altona 1959 ( Die Eingeschlossenen von Altona )
Critique de la raison dialectique 1960 ( Kritik der dialektischen Vernunft )
Les mots 1964 ( Die Wörter )
Situations 1947-1965
Bariona, ou Le fils du tonnerre 1970 ( Bariona oder Der Sohn des Donners )
L'Idiot de la famille 1971-1972 ( Der Idiot der Familie )
Cahiers pour une morale posthume 1983
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