Der Nobelpreis für Literatur 1991 |
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Nadine Gordimer *1923
(Südafrika)"Für ihre epische Dichtung, die der Menschheit einen großen Nutzen erwiesen hat und durch die tiefen Einblicke in das historische Geschehen dazu beiträgt, dieses Geschehen zu formen"
Nadine Gordimer wurde am 20. November 1923 in Springs, Provinz Gauteng, Südafrika als Tochter eines jüdischen Juweliers geboren. Sie wurde wegen einer vermeintlichen Herzschwäche zunächst von ihrer Mutter zuhause unterrichtet, besuchte später jedoch eine Klosterschule. Im Alter von neun Jahren begann sie zu schreiben, und mit 14 Jahren erschien ihre erste Kurzgeschichte (Come Again Tomorrow) auf den Kinderseiten der Zeitschrift Forum (Johannesburg). Ihr Studium an der Witwatersrand University brach sie bereits nach einem Jahr wieder ab. Ihre erste Kurzgeschichtensammlung Face to Face veröffentlichte Nadine Gordimer 1949 in Johannesburg. Mit The Lying Days veröffentlichte sie 1953 ihren ersten Roman. Sie reiste viel in Afrika, Europa und den USA, wo sie in den 60er und 70er Jahren auch mehrfach an Universitäten lehrte. Beinahe ihr gesamtes Leben lebte und schrieb sie in einem Südafrika, dass von Apartheid gespalten war. Gordimer gehörte in den 50er Jahren zu einer kleinen Gruppe, die bewusst die damaligen Apartheidgesetze missachtete, um diese zu unterhöhlen. Mit den Massenverhaftungen von 1956 und dem Verbot des African National Congress (1960) wurde dieses Vorgehen vehement unterbunden. Gordimers konsequentes Eintreten für das Recht auf freie Meinungsäußerung brachte ihr mehrfach Publikationsverbote in ihrem Heimatland ein.
In den 60er Jahren wurde die schwarze Widerstandsbewegung radikaler in ihren Methoden, wandte z.B. Industriesabotage an, wie sie im Roman The Late Bourgeois World (1966) beschrieben wird. Gordimer fühlte sich folglich doppelt ausgegrenzt: durch die Weißen aufgrund des Apartheidregimes, durch die Schwarzen wegen ihrer Hautfarbe.
In ihrem Werk zeigt sie, dass Apartheid kein statischer, starrer Begriff ist, sondern etwas das sich ständig weiterentwickelt. Die Realität in ihrem Werk ist nie schwarz-weiß, sondern mit vielen Grautönen durchsetzt. Ihr Werk ist in über dreißig Sprachen übersetzt worden.
Wichtige Werke:
- Romane
- The Lying Days 1953 ( Entzauberung )
A World of Strangers 1958 ( Fremdling unter Fremden )
Occasion for Loving 1963 ( Anlaß zu lieben )
The Late Bourgeois World 1966 ( Die spätbürgerliche Welt 1994 )
A Guest of Honour 1970 ( Der Ehrengast1989 )
The Conservationist 1974 ( Der Besitzer )
Burger's Daughter 1979 ( Burgers Tochter )
July's People 1981 ( Julys Leute)
Sport of Nature 1987 ( Ein Spiel der Natur1991 )
My Son's Story1990 ( Die Geschichte meines Sohnes 1994 )
None to Accompany Me 1994 ( Niemand, der mit mir geht )
The House Gun 1998 ( Die Hauswaffe 2000 )
The Pickup 2001 ( Ein Mann von der Straße 2001 )
Erzählungen- Face to Face 1949
The Soft Voice of the Serpent 1952
Six Feet of the Country 1956
Not for Publication 1965
Livingstone's Companions 1971
Selected Stories 1975
No Place Like: Selected Stories 1978
A Soldier's Embrace 1980
Something Out There 1984
Town and Country Lovers1988
Jump and Other Stories 1991
Why Haven't You Written?: Selected Stories, 1950-1970 1992
Loot: And Other Stories 2003 ( Beute und andere Erzählungen 2003 )
Essays- Writing and Being 1995
Living in Hope and History 1999 ( Zwischen Hoffnung und Geschichte 2000 )