Der Nobelpreis für Literatur 1997 vor
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Dario Fo *1926
(Italien)

"...der in Nachfolge der mittelalterlichen Gaukler die Macht geißelt und die Würde der Schwachen und Gedemütigten wiederaufrichtet"

 

Dario Fo *1926Dario Fo wurde am 24. März 1926 in Sangiano, einem Dorf am Lago Maggiore, geboren. Sein Vater war Eisenbahner, seine Mutter Bäuerin. Schon frühzeitig geriet Dario Fo in Verbindung mit dem Volkstheater und der Erzählkunst. Fo studierte zunächst Kunst und Architektur in Mailand.

Seine Familie war im antifaschistischen Widerstand aktiv und er half seinem Vater, Flüchtlinge und Deserteure der Alliierten in die Schweiz zu schmuggeln. Er selber konnte sich erfolgreich einer Rekrutierung durch die Truppen von Salo entziehen.

1952 hatte er sein Debüt als Schauspieler am Teatro Odeon in Mailand. 1954 heiratet Fo Franca Rame, mit der er später die Theatergruppe „Compagnia Fo-Rame“ gründet, deren Komödienaufführungen im In- und Ausland große Beachtung fanden. 1959 gründete das Ehepaar ihr eigenes Ensemble, mit dem es zahlreiche Tourneen durch ganz Italien unternahm. Seinen internationalen Durchbruch erzielte er 1960 mit Gli arcangeli non giocano a flipper ("Die Erzengel spielen nicht Flipper"). 1962 übernahm er die Moderation der Fernsehsendung "Canzonissima", die jedoch nach zwei Jahren wegen ihres "Skandalprogramms" wieder abgesetzt wurde. Fo durfte nicht mehr im italienischen Fernsehen auftreten.

Dario Fo, das "Enfant Terrible" der italienischen Theaterszene, ließ keine Gelegenheit aus, sich mit dem Staat und seinen Institutionen und auch dem Vatikan anzulegen ( die Vatikanzeitung l’Osservatore Romano zu Fos Nobelpreis: "Nach so viel Verstand nun ein Hanswurst." ). Immer wieder wurde er in Prozesse verwickelt, mehrmals sogar auf offener Bühne verhaftet. 1980 verweigerten die USA ihm die Einreise zu einem Gastspiel, weil er der Häftlings-Hilfsorganisation "Soccorso Rosso" angehörte.

Als ihm am 9. Oktober 1997 der Nobelpreis für Literatur zugesprochen wurde reagierte Fo mit den Worten "Ich bin bestürzt".


Wichtige Werke:

Er hatte zwei Pistolen und seine Augen waren schwarz und weiss 1960
Wer einen Fuss stiehlt, hat Glück in der Liebe 1961
Obszöne Fabeln 1969
Einer für alle, alle für einen! Verzeihung, wer ist hier eigentlich der Boß? 1969
Zufälliger Tod eines Anarchisten 1970
Bezahlt wird nicht! 1977
Mamma hat den besten Shit
Diebe, Damen, Marionetten 1987
Isabella, drei Karavellen und ein Scharlatan
Johan vom Po entdeckt Amerika
Der Hohn der Angst 1996
Lieder und Balladen 1984
Die Oper vom grossen Hohngelächter
Geschichte einer Tigerin 1978
Offene Zweierbeziehung 1983
Der Papst und die Hexe 1989
Elisabeth, zufällig eine Frau 1984
Sex? aber mit Vergnügen! Und andere starke Frauen-Rollen.
Hilfe, das Volk kommt! 1998
Kleines Handbuch des Schauspielers 1997
Ruhe! Wir stürzen ab
Nur Kinder, Küche, Kirche 2000
Meine ersten sieben Jahre und ein paar dazu 2004


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