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Elias Canetti * 1905 † 1994
(England)"Für sein schriftstellerisches Werk, geprägt von Weitblick, Ideenreichtum und künstlerischer Kraft"
Elias Canetti wurde am 25. Juli 1905 in Rustschuk, heute Bulgarien, damals Teil des osmanischen Reiches, als Sohn eines Kaufmanns geboren. 1911 siedelte die Familie nach Manchester, ein Jahr später, nach dem Tod des Vaters, nach Wien. 1916 verließ die Familie Wien und ließ sich in Frankfurt am Main nieder. Nach seinem Abitur kehrtet Canetti zurück nach Österreich, wo er Chemie an der Universität Wien studierte. Schon während seines Studiums wurde Canetti als Übersetzer für den Malik-Verlag in Berlin tätig. 1929 promovierte Canetti zum Doktor der Naturwissenschaften. 1937 veröffentlichte er seinen ersten Roman, Die Blendung, der schon sehr bald in zahlreichen europäischen Ländern veröffentlicht wurde. Nach dem Einmarsch der Nationalsozialisten in Österreich 1938 floh er mit seiner Frau Veza Canetti (geb. Taubner-Calderon) nach London. Obwohl Canetti selbst Jude war, blieb er auch nach dem Zweiten Weltkrieg seiner "zweiten Muttersprache" treu und schrieb ausschließlich in deutscher Sprache. Canettis Werke wurden in über 25 Sprachen übersetzt. In seiner Dankesrede für den Nobelpreis betont er mit Nachdruck die schriftstellerische Leistung seiner Kollegen Karl Kraus, Franz Kafka, Robert Musil und Hermann Broch und sagt sogar: "Wären sie noch am Leben, so stünde wohl einer von ihnen an meiner Stelle." Elias Canetti starb am 14. August 1994 in Zürich.
Neben dem Nobelpreis für Literatur wurden ihm noch zahlreiche weitere Auszeichnungen verliehen:
- 1949 Prix International, Frankreich
- 1968 Ehrung mit dem Großen Österreichischen Staatspreis
- 1972 Büchner-Preis der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung
- 1979 Verleihung des Ordens "Pour le Mérite"
- 1981 Franz-Kafka-Preis
- 1983 Verleihung des Großen Verdienstkreuzes der Bundesrepublik Deutschland
Wichtige Werke:Hochzeit
1932
Die Blendung 1936
Komödie der Eitelkeit1950
Die Stimmen von Marrakesch 1954
Masse und Macht 1960
Der Ohrenzeuge 1974
Die gerettete Zunge 1977
Die Fackel im Ohr. Lebensgeschichte 1921-1931 1980
Das Augenspiel. Lebensgeschichte 1985