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Günter Grass - Totes Holz
"Alles so offensichtlich. Hast du noch Worte? Wo Deutschland an Deutschland grenzt, zeichnet sich die Wiedervereinigung als Kahlschlag ab.""Von Sommer achtundachtzig bis in den Winter neunundachtzig hinein zeichnete ich, unterbrochen nur von den Tatsachenbehauptungen des Zeitgeschehens, totes Holz ... Anschaulich lagen Buchen, Kiefern, denen das Strammstehen vergangen war, Birken, um ihr Ansehen gebracht, vordatiert die Hinfälligkeit der Eichen."
Die grenzübergreifenden Umweltzerstörungen, die sterbenden Wälder, mit denen eine ganze Märchenkultur dahingeht, zwingen den Zeichner Günter Grass vor Ort zum Hinsehen: "In einem dänischen Mischwald, im Oberharz, im Erzgebirge, gleich hinterm Haus, wo Wald dicht ansteht und das Nadelholz aufgegeben hat". Mit Kohle und Sepia, kommentiert nur von aphoristisch knappen Bildtiteln und dem Nachruf "Die Wolke als Faust überm Wald", hält Grass eine Wirklichkeit fest, die die begleitenden Zitate aus dem "Waldzustandsbericht" der Bundesregierung als Dokumentarsatire entlarvt.
Für die Neuausgabe von Totes Holz, das zuerst 1990 erschien, wurde ein größeres Buchformat gewählt und die Typographie des Textes neu eingerichtet. Die Originalzeichnungen sind mit neuester Technik gescannt und im Duoton-Verfahren aufwendig gedruckt.
Quelle:
Gerhard Steidl
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