Der Nobelpreis für Literatur 1986 |
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Wole Soyinka - Samarkand und andere Märkte
Die Basare in Samarkand und Teheran, die Suks von Algier und Beirut, aber auch die Börse an der Wallstreet und andere Hochburgen der Scharlatanerie, wo bis heute mit Menschen und Gottheiten gehandelt wird: Soyinka kennt sie alle und beschreibt sie in ganz und gar unkonventionellen Reisegedichten. Nicht das Krämeridyll, die malerischen Stände und die orientalische Farbenpracht ziehen den Blick des Nobelpreisträgers auf sich. Er spürt der Entmenschlichung nach: der Welt als einer Fuge des Feilschens, als einem Ort des ewigen Kampfs um Markt und Macht. Mit der "Feder als Schwert" schreibt er an gegen die Doppelmoral und scheut sich nicht, wenn nötig, Götzen und Götter zu entthronen. Durch ihre thematische (und geographische) Vielfalt wird Soyinkas Lyrik zum gigantischen Marktstand, auf dem die Welt von heute ausgebreitet liegt. Und folgen wir der Fluch- und Gebetsschnur des nigerianischen Don Quixote, so lernen wir neben dem Schmunzeln auch den kreativen Zorn. Mit Samarkand liegt Soyinkas erste eigenständige Lyrikpublikation in deutscher Übersetzung vor. Sie erscheint pünktlich zu seinem 70. Geburtstag.
Quelle:
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