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Imre Kertész - Roman eines Schicksallosen
Von allen literarischen Werken über den Holocaust ist dieses wohl das radikalste. Was macht den Roman so anstößig? Ist es der unschuldige und optimistische Ton des jüdischen Jungen, der seine Deportation als Aufbruch ins Unbekannte und die Ankunft in Auschwitz als groteskes Spektakel erzählt? Liegt die Blasphemie darin, daß er so bereitwillig die Logik der Lager erprobt - ein gelehriger Schüler, der seine Sache möglichst gut machen will? Es gibt kein literarisches Werk, das in dieser Konsequenz, ohne zu deuten, ohne zu werten, der Perspektive eines staunenden Kindes treugeblieben ist.
Quelle:
Rowohlt Verlag GmbH
Hamburger Str. 17
21465 Reinbek