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Günter Grass - Die Plebejer proben den Aufstand
Vor fünfzig Jahren, am 17. Juni 1953, gingen die Bauarbeiter der Berliner Stalinallee auf die Straße, um gegen unzumutbare Normerhöhungen zu demonstrieren. So begann eine "deutsche, also verregnete Arbeiterrevolution" – ein spontaner Aufstand aus konkretem Anlaß, der manchem Intellektuellen nicht durchdacht genug erschien.
Dem "Chef" zum Beispiel, der Hauptfigur dieses komplexen Dramas. Der mit zahlreichen Anspielungen auf Bertolt Brecht versehene Regisseur studiert gerade ein Lehrstück zur Revolution ein, als die Wirklichkeit in Form rebellierender Arbeiter in sein Theater eindringt und alle theoretischen Vorstellungen von der sozialistischen Erziehung des Menschengeschlechts auf eine harte Probe stellt.
In "Die Plebejer proben den Aufstand" geht es um die Macht und die Ohnmacht, um die Frage, ob Shakespeare sich ändern lasse, um Worte und Gegenworte, um Hochmütige und Kleinmütige, um Panzer und Steinewerfer. Die wichtigste Theaterarbeit von Günter Grass wurde seinerzeit kontrovers diskutiert und hat bis heute nichts von ihrer Brisanz und Sprachkraft verloren. Das "deutsche Trauerspiel" erscheint in einer Neuedition, die Gestaltung folgt der Erstausgabe.
Quelle:
Gerhard Steidl
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