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Günter Grass - Lyrische Beute
Geöffnete Schränke geben ihr Innenleben preis, Schneebälle haften an Brandmauern, Ratten knabbern an Schwänen, Wörter tragen ihr Futter gewendet. Das lyrische Ich lobt die Askese, hält fest, »worüber ich schreibe«, träumt vom Abschied, äußert späte Wünsche.
Schon vor dem Dramatiker und Epiker gab es den Lyriker Günter Grass, und bis heute läßt er sich immer wieder anstiften zum Gedicht. Er erprobt Motive, lotet Stimmungen aus, mischt sich ein, zieht Bilanz, nimmt an sich selbst Maß, feiert die Lust und die Last des Lebens.
Günter Grass hat aus all seinen Gedichten 140 ausgewählt und 100 seiner Zeichnungen dazugestellt. Sie halten lyrische Momente fest: Windhühner, Vogelscheuchen, Puppen und Schnecken, überfüllte Aschenbecher und das Mädchen ohne Hände. Gedichte und Zeichnungen sprechen miteinander und verbinden sich zu einem ganz persönlichen Gesamtkunstwerk.
Quelle:
Gerhard Steidl
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