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Günter Grass - Letzte Tänze
Aus der Schreibpause, die sich der Schriftsteller Grass nach der Novelle "Im Krebsgang" verordnet hatte, wurde ein Schaffensrausch des Bildhauers und Zeichners Grass. In rascher Folge entstanden Tango tanzende und kopulierende Paare, die er aus rotem Ton formte und dann in Bronze gießen ließ, sowie auf graues Papier gezeichnete, sich wild oder lässig drehende Tänzer. In kühn überdehnten Biegungen folgen Körper dem zwingenden Rhythmus, dem eiligen oder verschleppten Tangoschritt. Mitten in der Arbeit meldete sich der Dichter zu Wort: Gedichte entstanden, die kunstvoll Bewegung und Rhythmus der Figuren aufgreifen. Der Titel "Letzte Tänze" verweist auf die Perspektive des alt gewordenen Dichters, der, ein geübter, leidenschaftlicher Tänzer, in weit ausschreitenden Bewegungen Erinnertes und Gegenwärtiges umkreist. In seinen neuen, überraschenden Gedichten zeigt er sich, wie er gelegentlich die Welt lächelnd aus dem Kopfstand betrachtet und sich im nächsten Moment kämpfend und liebend insLeben stürzt, denn "der Beat hört nicht auf zu hämmern".
Quelle:
Gerhard Steidl
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