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Yasunari Kawabata - Der Blinde und das Mädchen
Handtellergeschichten heißen sie, weil sie so knapp sind, daß man sie auf einen Handteller schreiben könnte. Und dabei sind sie so reich an Bildern und Themen, so vielschichtig und vieldeutig, daß sich aus jeder von ihnen im Kopf des Lesers ein ganzer Roman entspinnt. Sie führen uns mitten hinein in das japanische Leben, das zwischen Fremden und Vertrautem oszilliert - das Verhältnis zwischen Männern und Frauen, die Beziehung zur Natur und zum Tod. Und sie bilden das Herzstück und zugleich die beste Einführung in das Werk Kawabatas, da er in dieser kurzen Form, die er zeit seines Lebens gepflegt hat, seine Erzählkunst zur Vollendung brachte.
"Kawabatas Texte bekommen seine geheimnisdurchtränkte Aura, die noch durch die Knappheit des Genres gesteigert wird. Kawabata, der allzu lange als Repräsentant einer vorwiegend traditionsorientierten, ästhetischen Prosa gehandelt wurde, ist ein vielgesichtiger Verteter der literarischen Moderne in Ostasien, die es zu entdecken lohnt."
Irmela Hijiya-Kirschnereit, Frankfurter Allgemeine
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